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Irapuato

Halloween – All Hallow’s Eve(ning) –
Allerheiligen – Holy-wins!
Ein Erfahrungsbericht aus Kevelaer
Als Christen Halloween feiern,
wie soll das gehen?

Erzählen möchte ich von einer Erfahrung, die
wir (zwei befreundete Familien aus Kevelaer)
vor einiger Zeit machen durften. Jahr für Jahr
stand ich immer recht ratlos da, wenn meine
Kinder mich fragten, ob sie zu Halloween
gruselig verkleidet von Haus zu Haus ziehen
dürften, um dort mit der Androhung von
Streichen Süßigkeiten zu erbetteln.
„Mama, bitte! Die anderen dürfen das doch
auch!“ – war ihr Argument.
Ich konnte meinen Kindern außer einem unguten
Gefühl und der Ahnung, dass diese
„Gruselbettel-Tour“ auf einen heidnischen
Totenkult zurückgeht, nicht wirklich vermitteln,
warum ich ihnen diesen angeblich
harmlosen Spaß verderben wollte.
Jeder weiß doch, dass Kinder sich gerne verkleiden,
Süßigkeiten mögen und auch ein
bisschen Abenteuer erleben wollen.
„Was ist denn schon dabei?“ – so kann man
sich fragen.
Wieder einmal war es Ende Oktober. Und
als meine Töchter ihr Anliegen vorbrachten,
hatte ich die Idee, in unserer Familie tatsächlich
Halloween – also den Vorabend von
Allerheiligen – zu feiern, aber ganz anders.
Die Kinder sollten länger aufbleiben dürfen,
es sollte Süßigkeiten geben, wir wollten es
uns gemütlich machen, den Kindern die Geschichte
ihrer Namenspatrone vorlesen und
gemeinsam singen. Unsere drei Kinder waren
von dieser Idee sofort begeistert, doch
es sollte noch besser kommen: am Nachmittag
besuchte ich meine Freundin. Sie höhlte
gerade einen großen Kürbis aus, um daraus
eine leckere Suppe zu kochen. Sofort kam
das Thema Halloween auf, und meine
Freundin zeigte deutlich ihren Unwillen
darüber, diesen Hokuspokus zu unterstützen.
„Was hältst du denn von diesem Rummel,
was kann man da machen, wie können
wir unsere Kinder davon abhalten?“ so ihre
Fragen. Ihr gefiel die Idee einer kleinen
Familien-Allerheiligen-Party (also einer
christlichen Feier des „All Hallow’s
Evening“) spontan.
So kam es, dass an diesem Abend zwei Familien
gemeinsam feierten. Wir sprachen
mit den Kindern über Heilige, lasen Geschichten
über ihre Namenspatrone, saßen
gemütlich beisammen und es gab natürlich
auch Süßes (nichts Saures).
Im Jahr darauf äußerten meine Kinder
den Wunsch, wieder mit unseren Freunden
eine Allerheiligen-Party zu feiern. Na klar!
Aber warum eigentlich nur zwei Familien?

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Irapuato

Tina 13