Franz Kalwoda

Zur Mitte zurück – Briefe zur Wiederherstellung der heiligen Ordnung Wider die Entheiligung durch …

Hochwürdigste Hirten der Kirche, ehrwürdige Diener am Altar, gottgeweihte Seelen und gläubige Christen, denen die Ehre des eucharistischen Herrn am Herzen liegt!
Zutiefst erschütternde Akte der Ehrfurchtslosigkeit in geweihten Kirchenräumen führten zu einer erneuten Reflexion über das Wesen des Sakralen – und darüber, was geschieht, wenn Orte der Anbetung zu Bühnen profaner Zwecke werden.
Alle Briefe rufen mit Nachdruck zur Wiederherstellung der heiligen Ordnung in Liturgie und Kirchenraum auf. Sie bezeugen, dass es ein Sakrileg ist, den eucharistischen Christus aus dem Zentrum der Kirche zu verdrängen sowie den geheiligten Raum für profane Zwecke zu entweihen, und warnen eindringlich vor den schweren geistlichen Folgen dieser Entheiligung. Zugleich verurteilen sie profane Veranstaltungen als blinden Aktivismus, der sich direkt gegen das Heilige richtet und die göttliche Ordnung verletzt.
Die herangezogenen Dokumente verdeutlichen, dass profane Nutzungen geweihter Räume weder mit …More

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XIX. Prüfung der Kirche
Katechismus KKK 675:
„Vor dem Kommen Christi muß die Kirche eine letzte Prüfung durchmachen, die den Glauben vieler erschüttern wird
[Vgl. Lk 21,12;Joh 15,19 -20]. Die Verfolgung, die ihre Pilgerschaft auf Erden begleitet, wird das „Mysterium der Bosheit" enthüllen: Ein religiöser Lügenwahn bringt den Menschen um den Preis ihres Abfalls von der Wahrheit eine Scheinlösung ihrer Probleme. Der schlimmste religiöse Betrug ist der des Antichrist, das heißt eines falschen Messianismus, worin der Mensch sich selbst verherrlicht, statt Gott und seinen im Fleisch gekommenen Messias [Vgl. 2 Thess 2,4-12; 1 Thess 5,2-3; 2Joh 7; 1 Joh 2,18.22].“
Denn der falsche Messianismus des Antichristen besteht nicht nur darin, Gott zu leugnen, sondern darin, den Menschen selbst an die Stelle Gottes zu setzen. Dies ist die Urversuchung des Paradieses – „Ihr werdet sein wie Gott“ –, die in der Endzeit ihre vollste, religiös verkleidete Gestalt annimmt.
Im antichristlichen Betrug wird der Mensch nicht mehr als Geschöpf erkannt, sondern als letzter Maßstab von Wahrheit, Moral und Heil. Die Ordnung Gottes wird nicht offen bekämpft, sondern subtil ersetzt durch eine neue Pseudo-Religiosität, die das Göttliche im Menschen selbst verortet. Damit entsteht eine verkommene Spiritualität, in der Selbstverwirklichung, Selbsterhöhung und Selbstvergöttlichung den Platz einnehmen, der allein der Anbetung des dreifaltigen Gottes gebührt.
So entsteht die gefährlichste Form der Verblendung: eine Religion ohne Gnade, ein Christentum ohne Kreuz, ein Reich Gottes ohne Gott – ein vom Menschen konstruiertes Heil, das die Erlösung durch Christus überflüssig erscheinen lässt. Genau hierin offenbart sich die Essenz des antichristlichen Betrugs: die Verdrängung des Erlösers durch den Menschen selbst.
Das ist der Grund, warum der Katechismus diesen Betrug als „schlimmsten“ bezeichnet: Weil er das Zentrum des Glaubens – die absolute Souveränität Christi – nicht nur leugnet, sondern durch ein scheinbar „frommes“, aber zutiefst zerstörerisches Selbst-Evangelium ersetzt. Der Mensch wird zum eigenen Messias, und der wahre Messias wird an den Rand gedrängt.
Die Profanierung geweihter Kirchenräume durch weltliche Veranstaltungen ist heute eines der Zeichen dieser endzeitlichen Prüfung.
Denn wo Applaus, Showelemente, Menschenerhöhung und Selbstdarstellung in das Heiligtum eindringen, setzt sich der Mensch an den Ort, der allein Christus gehört.
Noch gravierender wird dieses Zeichen, wenn Geschäftemacherei hinzukommt: Werbung, Eintrittspreise, Merchandising, gastronomische Angebote oder verkaufsorientierte Kulturprogramme innerhalb des Gotteshauses.
Hier wird nicht nur das Heilige verdrängt – es wird kommerzialisiert und seiner sakralen Würde beraubt.
Dies ist mehr als Geschmacklosigkeit. Es ist eine offene Entstellung des Heiligen:
die Umwandlung des Heiligtums in einen Marktplatz menschlicher Selbstverwirklichung, in dem der Mensch sich selbst erhöht und die Herrlichkeit Gottes praktisch preisgegeben wird.

Wo Geld, Unterhaltung und Selbstdarstellung im Heiligtum herrschen, zeigt sich das „religiöse Lügenwahn“-Prinzip unserer Zeit:
der Versuch, die Leere des Glaubens durch weltliche Gewinne, profane Attraktivität und kirchliche Geschäftigkeit zu kaschieren.
Solche Entwicklungen enthüllen das „Mysterium der Bosheit“ im Herzen der Kirche und verlangen von den Gläubigen klare Unterscheidung, nüchternen Widerstand und strikte, unüberhörbare Verteidigung des Heiligen – eine unerschütterliche, unverbrüchliche Treue zu Christus, dem einzigen Herrn des Tempels.
In dieser letzten Prüfung zeigt sich jedoch noch ein weiteres, tieferes Kennzeichen der Verblendung:
Die Menschen verlieren nicht nur die Ehrfurcht vor dem Heiligen – sie verlieren auch die Fähigkeit, die Entweihung überhaupt noch als solche zu erkennen.
Dies ist das eigentliche Gift des „religiösen Lügenwahns“:
die innere Unempfindlichkeit gegenüber Sakrilegien, eine geistliche Abstumpfung, die es erlaubt, dass das Heilige verworfen wird, während man sich gleichzeitig einbildet, Gott zu dienen.
Auf diese Weise erfüllt sich das Wort der Schrift:
„Sie werden das Gute böse und das Böse gut nennen.“ (vgl. Jes 5,20)
Und so kommt es, dass viele nicht nur schweigen, sondern die Profanierung als Fortschritt feiern, als „Öffnung“, „Dialog“ oder „kulturelle Bereicherung“.
Der Antichrist täuscht nicht zuerst durch Gewalt – sondern durch die Normalisierung des Gottwidrigen im Herzen des Gläubigen.
Diese geistliche Betäubung ist gefährlicher als äußere Verfolgung,
denn sie zerstört die innere Wachsamkeit – jene Wachsamkeit, zu der der Apostel mahnte:
„Seid nüchtern und wachsam!“ (1 Petr 5,8)
Wo die Wachsamkeit erlischt, wird das Heiligtum schutzlos, und die Kirche wird von innen her verwundet.
Darum ist die gegenwärtige Entsakralisierung nicht bloß Missbrauch oder Fehlentwicklung, sondern ein direkter Angriff auf die Souveränität Christi über Sein Heiligtum: ein sichtbarer apokalyptischer Angriff des dämonischen Geistes der Bosheit auf die heilige Identität der Kirche selbst: ein Versuch, Christus aus Seinem Tempel zu vertreiben, das Opfer zu entweihen, Seinen Namen zu entehren und die Gläubigen vom wahren Glauben wegzuführen.
Wer heute das Heiligtum durch profane Veranstaltungen, Kommerzialisierung und Selbstdarstellung entweiht, nimmt teil an jenem religiösen Lügenwahn, den KKK 675 als Vorboten des Antichristen beschreibt.
Jeder Gläubige trägt die ernste Pflicht, durch Gebet, Buße, standhafte Wachsamkeit und mutiges Zeugnis die Heiligkeit der Kirche zu verteidigen und den Versuchungen des Antichristen zu widerstehen. Jede Gleichgültigkeit, jedes Schweigen, jedes Mitlaufen wird zur Mitschuld an der Entweihung des Heiligen.
Dies ist eine Prüfung, die den Glauben vieler erschüttert. Sie offenbart, wer dem Herrn unerschütterlich treu bleibt und wer sich vom Geist der Welt verführen lässt. Gleichzeitig zeigt sie die Standhaftigkeit der Kirche in ihrer Treue zu Christus.

1644

völlig richtig, zurück zum christlichen Glauben.